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The Roots "Undun"

The Roots "Undun"
Def Jam

Man fragt sich, wann eine Truppe wie The Roots überhaupt noch die Zeit findet, um an einem neuen Album zu arbeiten – schließlich haben wir es hier mit der Showband von „Late Night with Jimmy Fallon“ zu tun, die auch sonst permanent gebucht wird, um irgendwelche Größen der Rap- und Popwelt zu unterstützen (so zuletzt bei einer exklusiven Session vor der Verleihung der Emmy Awards). Doch es stimmt: Die legendäre Crew aus Philly meldet sich noch in diesem Jahr mit dem neuen Album „undun“ zurück.

Während The Roots pünktlich zur Albumveröffentlichung drei Auftritte in NYC absolvieren werden, gibt es die erste Single „Make My“ feat. Big K.R.I.T. bereits vorab bei iTunes. Und während Inhalte für The Roots schon immer wichtig waren, ist „undun“ nun das erste waschechte Konzeptalbum der Crew um Schlagzeuger ?uestlove.

Die LP erzählt die Geschichte des viel zu früh verstorbenen Redford Stephens (1974-1999): The Roots versetzen sich auf dem Longplayer in die Gefühls- und Gedankenwelt von Redford und berichten aus seiner Perspektive; dabei geht es ihnen insbesondere um die Grenzregion zwischen dem freien Willen und der Geworfenheit des Menschen. Rückblickend erzählt, begegnet der Zuhörer zunächst einem verwirrten Redford, der bereits verstorben ist und nun kurz nach seinem Tod versucht, den eigentlichen Sinn in seinem Leben zu entdecken. Während er zentrale Stationen noch einmal durchlebt und schließlich an der Straßenecke landet, dekonstruiert er nach und nach all das, was dazu geführt hat, dass er (wie jeder Mensch irgendwann) schließlich wieder aus der Welt geschafft (daher der Titel „undun“) wurde und von uns gehen sollte...

„Wir sind nun schon so lange dabei, dass wir inzwischen einfach gerne mit einem zentralen Aufhänger, einem thematischen Überbau arbeiten und unsere Erfahrungen darin unterbringen“, so der 40-jährige Ahmir „?uestlove“ Thompson über die neue LP. „Wir haben ganz bewusst zuletzt kürzere Alben aufgenommen, damit man sie ohne Probleme als Ganzes durchhören kann. Die Musik selbst ist immer noch unser Band-Sound, wobei der Vibe schon auch in Richtung Filmsoundtrack geht. Wenn ich als DJ auflege, bin ich zwar der König der Playlisten, aber was unsere Alben angeht, sollen die sich auf gar keinen Fall wie eine Playlist oder wie ein Mixtape anhören: Wir wollen damit in sich zusammenhängende Geschichten erzählen, das Format Album also wirklich ausnutzen, und diese Geschichten funktionieren im Bestfall auf ganz verschiedenen Ebenen und sind sogar lehr- und hilfreich für den Zuhörer. ‘undun’ erzählt nun die Geschichte von einem Street-Kid, das in die Kriminalität abrutscht, obwohl er ganz und gar nicht als Verbrecher zur Welt kam. Er ist keinesfalls der wilde, unzivilisierte Waffenschmuggler mit den großen Glupschaugen wie z.B. Bishop, den Tupac im Film ‘Juice’ gespielt hat. Im Gegenteil: Dieser Typ ist umsichtig, weder ein Opfer, noch ein Held, halt irgendein Junge, der sein Leben immer gerade so interpretiert, wie es der jeweilige Moment von ihm verlangt. Und da setze ich mit der Frage an: Machen wir das letzten Endes nicht alle so?“

Tracks
1. Dun
2. Sleep
3. Make My
4. One Time
5. Kool On
6. The OtherSide
7. Stomp
8. Lighthouse
9. I Remember
10. Tip The Scale
11. Redford (For Yia - Yia & Pappou)
12. Possibility
13. Will To Power
14. Finality

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