Testbericht der Rollei ds6
Rechtzeitig zur IFA hatte Rollei wieder eine Reihe an neuen Digitalkameras auf den Markt gebracht. Wir greifen uns aus dem Angebot die ds6, eine 6,0 Megapixel Kompaktkamera, heraus. In das Auge sticht sogleich die solide Bauweise, kompakt, klein, leicht und doch liegt die Kamera gut in der Hand. Die Verarbeitung des Gehäuses ist einwandfrei. Es wird uns kein Plastikgehäuse angeboten, sondern ein stabiles Metallgehäuse. Das ist in dieser Preisklasse nicht immer der Fall.
Ebenso sticht der große LCD-Bildschirm ins Auge, der Kamera wurde ein 6,3 cm (2,5") LCD Farbmonitor spendiert. So kann das Motiv durch den Monitor gut anvisiert werden, da ja auch in dieser Kamera kein Sucher integriert ist. Ein kleines Manko, es gibt keinerlei Gestaltungshilfen wie ein einblendbares Gitternetz, eine Kreuzfaden-Skala oder diagonale Schnittlinien.
Oberhalb des Monitors befindet sich der Auswahlschalter für die Betriebsarten: Kamera, Videoaufzeichnung und Wiedergabe. Rechts neben dem Monitor liegen dann die Bedienungselemente wie die Menütaste, der Papierkorb, die Umschaltung auf Panoramabildmodus, sowie die Multifunktionstaste für die verschiedenen verschiedenen Aufnahmemodi. Die Menüführung und die Einstellungsoptionen können komplikationslos bedient werden. Eine große Einarbeitung ist nicht notwendig.
Unterhalb der Kamera befindet sich das Stativgewinde, der Kontakt zur Docking-Station und der Schacht, der den Akku und die SD-Karte aufnimmt. Die Kamera akzeptiert problemlos Karten bis zu 1 GB. Da die Rollei ds6, im Gegensatz zu anderen Modellen aus dem Hause Rollei keinen internen Speicher hat, liegt der Kamera gleich eine kleine 32 MB SD-Karte bei. Somit kann die Kamera sofort zu Testzwecken in Betrieb genommen werden. Natürlich ist der Ersatz durch eine größere SD-Karte empfehlenswert. Auf einer 256 MB Speicherkarte können z.B. 76 Aufnahmen in der besten Qualitätsstufe gespeichert werden.
Um den Akku zu laden, oder um Fotos von der Kamera auf den Rechner zu überspielen muss die Kamera auf die Docking Station gesteckt werden. Wer aber das Glück hat, ein Kartenlesegerät sein Eigen zu nennen oder ein im Rechner integriertes hat, der nehme lieber schnell die Karte aus der Kamera und stecke sie in das Lesegerät. Auf der Reise darf die Docking Station nicht vergessen werden, sonst ist es nichts mit dem erneuten Aufladen des Akkus. Die Akkulaufzeit ist ganz in Ordnung. Für einen Ausflug reicht es wohl jeweils, wenn man sich mit ca. 100 Aufnahmen begnügt. Ansonsten ist es ratsam einen Ersatzakku dabei zu haben.
Also, das Einschalten ist ja kein Problem, einfach mit dem Finger kurz auf die Ein-/Ausschalttaste und schon startet die Kamera. Positiv, die Startzeit ist relativ kurz. Gleich werden im LCDDisplay die wichtigsten Informationen wie: Funktionsmodus, Blitzoption, Qualität, Anzahl der verbleibenden Bilder, Schärfe, Messung und Akkustatus angezeigt.
Klar, zuerst müssen nach dem ersten Einschalten, Datum und Uhrzeit eingestellt werden. Dazu einfach auf die Menü-Taste drücken und auf die Menüoption Setup klicken. Dort befindet sich der Eintrag Datum/Zeit, auswählen und einstellen. Im Setup Menü wird auch die Spracheausgewählt, sowie, ganz praktisch, der Bildzähler bei Wunsch auf Null gestellt. Denn wenn die abgespeicherten Bilder auf der SC Karte gelöscht werden und eine neue Aufnahmesession beginnt, wird der Zähler und damit der Bildname nicht auf "0" gesetzt, sondern weitergezählt. Sehr praktisch, wenn man Fotos, ohne sie umzubenennen, jeweils in dem gleichen Ordner abspeichert. Andere Kameramodelle beginnen jedes Mal erneut bei "000".
So, nachdem dies geschehen ist, kann es endlich mit den ersten Fotos losgehen. Über die Multifunktionstaste kann schnell zwischen Automatisch, Nah- und Landschaftsaufnahme umgeschaltet werden. Weitere Optionen sind dann im Menu verfügbar (Szene Modus). Das Ergebnis der ersten Testaufnahmen: hervorragende, kontrastreiche und scharfe Fotos. Natürlich hat die Kamera ein Blitzlicht, auch hier sind verschiedene Einstellungen möglich. Wie bei den meisten Kameras der Kompaktbauweise befindet sich hier eine Schwachstelle, der Blitz ist jedenfalls nicht sehr potent. Er reicht nicht sehr weit. Das liegt einfach an der kleinen Bauweise die der
Blitz bei diesen kleinen und handlichen Kameras schon haben muss, damit er überhaupt noch hineinpasst. Also muss man, wenn man eine Kompaktkamera erwirbt, gewisse Abstriche in Kauf nehmen. Im übrigen können die einzelnen Fotos während der Aufnahme mit bis zu 30 Sekunden Ton versehen werden. Reichlich Zeit für eine kurze Notiz zum jeweiligen Foto. Klar, dass an die Einstellmöglichkeit des Weißabgleichs und der ISO-Empfindlichkeit gedacht wurde.
Weitere besondere Features sind: der Selbstauslöser, die Bildserienfunktion, hiermit können maximal 5 unmittelbar aufeinander folgende Fotos aufgenommen werden. Dann die Panoramabildfunktion, in diesem Modus fotografiert die Kamera Teilbilder, die nachher dann am Computer, mit der mitgelieferten ULead-Software Cool 360 SE, zu einem Panoramabild zusammengefügt werden können. Hierbei hilft einem die Kamera durch Einblendung überlappender Bildteile.
Ein weiteres Highlight dieser Kamera ist die Videofunktion. Es ist aber eben nicht nur so eine zusätzliche Funktion, nein hiermit können wirklich einwandfreie Videos im MP4 Format aufgezeichnet werden, sogar mit Ton. In der höchsten Qualitätsstufe sogar in TV-Wiedergabequalität.
Ebenfalls ist es mit der Kamera möglich Sprachaufnahmen im Wave-Format aufzuzeichnen. Insofern wenn mal kein Diktiergerät da ist, die Rollei ds6 hilft weiter. Natürlich ist die Wiedergabe der Fotos (einzeln oder als Diashow) und der aufgezeichneten Videos in der Kamera ebenso, wie im Fernsehgerät möglich. Hier kann zwischen PAL und NTSC gewählt werden.
Ein weitere interessante Option: die DPOFEinstellung. Die Einstellungen des Digital Print Order Format (DPOF) ermöglicht es, Bilder auf der Speicherkarte für den Ausdruck auszuwählen und im Voraus mit der Kamera die Anzahl der zu druckenden Kopien zu bestimmen. Dies ist ausgesprochen praktisch, um die Bilder an einen Fotoentwicklungsdienst zu senden oder auf einem für Direktdruck geeigneten Drucker auszudrucken..
Apropos ausdrucken, die Kamera kann direkt an einen PictBridge kompatiblen Drucker angeschlossen werden. Somit steht dem direkten Ausdruck der Fotos, ohne einen Rechner, nichts im Wege.
Kommen wir nun zum Lieferumfang:
Neben der Kamera, Tasche und Schlaufe, eine CD mit den Softwares Photo Explorer 8.0, Photo Express 5.0 und Cool 360 SE sowie mit Treibern, gedruckte Gebrauchsanleitung in 6 Sprachen (inkl. Deutsch) , Akku und die nötige Docking-Station, USBKabel, AC Netzadapter, sowie eine 32 MB SD-Speicherkarte.
Der Verkaufspreis liegt bei Euro 349,00 inkl. MWSt, wobei sich ein Preisvergleich im Internet lohnt, denn inzwischen liegt er dort auch im einiges darunter. (Bernd Kielmann)


