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Schwarze Frau, weißes Land

Schwarze Frau, weißes Land
Autorin: Waris Dirie
344 Seiten, TB.
Knaur
Euro 9,99 (D)
Euro 10,30 (A)
ISBN 978-3-426-78364-1

Waris Dirie wurde in der afrikanischen Wüste geboren – und sie ist ihr Leben lang eine Nomadin geblieben. Ihre Arbeit als Topmodel und ihr Engagement für Menschenrechte machten sie in der ganzen Welt berühmt, doch sie ist eine Getriebene, die zwischen den Kulturen steht. Ihr neues Buch handelt von ihrem Doppelleben in ihrer neuen »weißen Heimat« – wo sie einerseits gefeiert wird, andererseits aber eine Fremde ist.

Als sie mit einem weit älteren Mann verheiratet werden sollte, floh die dreizehn Jahre alte Waris Dirie aus ihrer Heimat Somalia. Sie schlug sich in London mit Gelegenheitsjobs durch, bis sie von einem renommierten Fotografen entdeckt wurde - der Beginn einer großen Karriere als Topmodel. Doch in der oberflächlichen Glitzerwelt wird Waris Dirie nie ganz heimisch.

1997 beschließt sie, die als kleines Mädchen selbst ein Opfer der weiblichen Genitalverstümmelung wurde, ihr Leben dem Kampf gegen dieses grausame Ritual zu widmen. Sie gründet eine Stiftung, hält Vorträge, wird Sonderbotschafterin der UNO. In ihrer neuen, weißen Heimat wird Waris Dirie als Menschenrechtskämpferin gefeiert - und bleibt im Alttag doch eine Fremde, die von Taxifahrern abgewiesen und von den Männern als Freiwild betrachtet wird.

Die Geburt ihres zweiten Sohnes Leon macht Waris Dirie ihre Zerrissenheit zwischen den Welten umso schmerzlicher bewusst. Und sie beschließt, ihrem Kind das zu geben, was sie selbst schon lange nicht mehr kennt: eine wirkliche Heimat.

Als sie 2008 nach Afrika reist, wird sie als Heldin bejubelt - doch zugleich muss sie erkennen, dass die Frauen dort noch immer Opfer archaischer Traditionen sind. Und langsam wächst ihr Entschluss: Sie wird mit Leon zurückkehren nach Afrika, um den dortigen Frauen zu helfen, finanziell unabhängig und selbstständig zu werden. Denn Waris Dirie ist überzeugt: Erst wenn die Frauen in der afrikanischen Gesellschaft Wertschätzung und Respekt erfahren, kann sich Afrika wandeln. Und dann kann auch der Kampf gegen die grausamen Stammesrituale gewonnen werden.

Autorin
Waris Dirie,
geboren 1965, floh im Alter von 14 Jahren aus ihrer Heimat Somalia, um ihrer Zwangsverheiratung zu entgehen. In London schlug sie sich mit Gelegenheitsjobs durch und wurde schließlich als Model entdeckt. Seit 1994 ist sie UN-Sonderbotschafterin gegen Genitalverstümmelung. Mit der von ihr gegründeten Waris-Dirie-Foundation kämpft sie weltweit gegen FGM (Female Genital Mutilation). Waris Dirie lebt heute mit ihrem Sohn in Wien.

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