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Martin Stadtfeld "Bach: Klavierkonzerte, Vol. 2"

Martin Stadtfeld "Bach: Klavierkonzerte, Vol. 2"
Sony Classics

Er ist ein offener Romantiker und verschrieb sich Bach. Auf den Spuren des großen Komponisten versucht Stadtfeld mit Präzision zu verstehen, wie die Musik und die Kompositionen zu Zeiten Bachs geklungen haben müssen. Mit absoluter Genauigkeit und Leidenschaft geht er auf Spurensuche und zeichnet ein ganz einzigartiges Bild der musikalischen Epoche der Romatik.

Ein großes Anliegen des Künstlers ist es darüber hinaus, Kindern und Jugendlichen in Schulen den Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen. So spricht Martin Stadtfeld bei regelmäßigen Schulbesuchen mit Schülern über seine Arbeit als Pianist, stellt ihnen die Musik vor und vermittelt so außerhalb des Konzertlebens auf eine unmittelbare persönliche Art die Begeisterung für klassische Musik.

Von Johann Sebastian Bach sind sieben Cembalo-Konzerte überliefert. Entstanden sind sie in den 1730er Jahren, als Bach in Leipzig nicht nur Thomaskantor war, sondern auch das Collegium Musicum leitete. Mit dem Ensemble gab Bach wöchentliche Abend-Konzerte im Palais des damals berühmten Kaffeehauses von Gottfried Zimmermann. Auf dem Programm standen ausschließlich weltliche Werke, die Bach eigens für diesen Rahmen komponiert oder neu bearbeitet hatte. So basieren die Cembalo-Konzerte auf bereits vorliegenden, älteren Solo-Konzerten.

Martin Stadtfeld hatte 2006 bereits drei Konzerte auf einem modernen Flügel eingespielt. Nun hat er zusammen mit dem Philharmonischen Kammerorchester München unter Leitung von Lorenz Nasturica–Herschcovici drei weitere Klavierkonzerte von Bach aufgenommen. Zudem hat er einen Orgel-Zyklus, der lange Zeit Bach zugeschrieben wurde, für Klavier bearbeitet und in dieser Fassung weltersteingespielt.

Sind die Konzerte Nr. 3 BWV 1054 und Nr. 7 BWV 1058 Transkriptionen von Violinkonzerten, die Bach u.a. schon um 1720 komponiert hat, vermutet man beim Klavierkonzert Nr. 4 BWV 1055 als Vorlage ein Konzert für Oboe bzw. Violine. Bei seinen Übertragungen hat sich Bach stets eng an die Originale gehalten. Dennoch gelten die Konzertbearbeitungen mit ihrem beschwingt-virtuosen Charakter und ihrer verführerisch-zärtlichen Melodik längst als eigenständige Meisterwerke des Barock. Belegt ein Partitur-Autograph von Bach die Echtheit sämtlicher Cembalo-Konzerte, ist man dagegen heute nicht mehr sicher, ob die „Acht kleinen Präludien und Fugen“ für Orgel BWV 553-560 tatsächlich von Bach stammen.

Weder eine Partitur noch eine Entstehungsdatum sind von dem Zyklus überliefert. So vermutet die Musikwissenschaft, dass die „Acht kleinen Präludien und Fugen“ aus der Feder eines Bach-Zeitgenossen stammen und wahrscheinlich zwischen 1730 und 1750 entstanden. Mit seiner Klavierbearbeitung stellt Martin Stadtfeld hingegen noch mal die Frage, ob die acht Präludium & Fuge-Paare nicht vielleicht doch von Bach stammen.

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