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Liebesbriefe und Geheimdepeschen

Liebesbriefe und Geheimdepeschen
Hrsg.: Norbert Leithold
480 Seiten, gebunden, mit zahlr. Abb.
Osburg Velag
Euro 26,90 (D)
Euro 27,70 (A)
sFr 36,90 (UVP)
ISBN 978-3-940731-78-4

Selten ist man so nah an das höfische und Alltagsleben des späten 18. Jahrhunderts geführt worden. Der Historiker und Schriftsteller Norbert Leithold stellt in seinem jüngsten Buch erstmals eine Auswahl der privaten Korrespondenz zwischen Gräfin Caroline von Goertz und ihrem Gemahl, Graf Johann Eustach von Goertz, aus den Jahren 1771 bis1782 vor.

An die 4000 Briefe sind erhalten, die seit 1821 in einem Adelsarchiv aufbewahrt werden. Gräfin und Graf schrieben einander täglich während der häufigen Trennungen. Der Graf war Erzieher des späteren "Goetheherzogs" Carl August von Sachsen-Weimar, ab 1776 Geheimdiplomat Friedrichs II. von Preußen, seit 1778 dessen Minister und ab 1780 sein Gesandter am Hof von Zarin Katharina in St. Petersburg.

Die aus dem Französischen übersetzten Briefe lesen sich in ihrer schnörkellosen und ungezwungenen Art erstaunlich gegenwärtig. Sie waren nie für die Öffentlichkeit bestimmt, wir lesen, was sich beide gesagt hätten: Von Intrigen und Machtkämpfen am Weimarer Hof zur Zeit, als Wieland und Goethe dort in Stellung kamen, vom Aufwachsen der drei kleinen Töchter, welche die Mutter die meiste Zeit allein erzog, von Rankünen in der deutschen Reichspolitik, von Theaterkrächen bei Fürstin Anna Amalia, von den ersten Impfungen in Deutschland gegen die Blattern.

Seit 1778 lebte Gräfin Goertz in Berlin, wo sie rasch Zugang zum Kreis von Vertrauten König Friedrichs fand. Aber auch mit jungen Beamten, wie dem späteren Reformer Karl vom Stein, verkehrte sie und zeichnete ein lebhaftes Bild der spätfriderizianischen Zeit.

Zu lesen sind seltene Kabinettstücke, wie die Beschreibung der Kavalierstour des Prinzen Carl August von Sachsen-Weimar mit Goertz nach Paris 1775 oder die hochbrisanten und nun dechiffrierten Geheimdepeschen Friedrichs II. an Goertz, der 1778 einen Krieg verhindern sollte.

Johann Eustach von Goertz ( 1737 - 1821 ) war einer der wichtigsten Geheimdiplomaten des Preußenkönigs Friedrich II. Die Briefe des Grafen bilden eine bislang unerforschte Quelle des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Allein 4.000 Briefe wechselte Goertz mit seiner Frau, zu der er trotz vieler Reisen eine innige Beziehung hatte. Die in französischer Sprache verfassten Dokumente waren streng vertraulich und nicht zur Veröffentlichung bestimmt.

Autor
Norbert Leithold
, geboren 1957, Schriftsteller und Historiker. Leithold forschte zu den Lebensborn-Heimen in der NS-Zeit und ist Kenner der politischen Verhältnisse am Weimarer Hof der frühen Goethezeit.

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